Woche 3 – Langsam wird aus Chaos tatsächlich Training

Die dritte Woche war die erste Woche, in der sich das Ganze langsam wie echtes Training angefühlt hat und nicht mehr nur wie:
„Mal schauen ob ich irgendwie einen Ironman vorbereiten kann.“

Natürlich mit der kleinen Einschränkung, dass ich mich im Wasser weiterhin ungefähr so elegant bewege wie ein Kühlschrank mit Atemproblemen.

Aber immerhin.

Die Woche bestand im Grunde aus genau dem, was mein Leben aktuell ziemlich gut beschreibt:

  • Arbeit
  • Training
  • Müdigkeit
  • Recovery
  • Essen
  • nochmal Training
  • und zwischendrin die ständige Frage, ob das eigentlich gerade Fortschritt ist oder einfach dauerhafte leichte Erschöpfung.

🚴 Radfahren + Tischtennis + unnötig hoher Puls

Ein großes Thema diese Woche war die Kombination aus:

  • Radfahren
  • Tischtennis
  • Rückfahrt mit dem Rad.

Ich bin etwa 25 km zum Training gefahren.
Mit knapp 200 Höhenmetern.

Eigentlich hätte das eine lockere Grundlageinheit werden sollen.

Problem:
Ich war zu spät dran.

Und anscheinend reagiert mein Gehirn auf Zeitdruck automatisch mit:
„Okay perfekt, dann fahren wir jetzt halt komplett unnötig schnell.“

Die Hinfahrt endete jedenfalls mit:

  • Ø HF 167
  • ~24.5 km/h.

Also ungefähr alles außer „locker“.

Immerhin weiß ich jetzt, dass mein Herz noch funktioniert.


🏓 Tischtennis war plötzlich Recovery

Das Tischtennis selbst war dagegen fast schon Erholung.

Zumindest im Vergleich zur Hinfahrt.

Die Herzfrequenz lag dort ungefähr bei:

  • Ø HF 131.

Also im Vergleich vorher praktisch Wellnessurlaub.

Danach ging es wieder mit dem Rad zurück:

  • nochmal ~25 km
  • über 200 hm
  • aber diesmal deutlich kontrollierter.

Und genau das war wahrscheinlich der eigentliche Fortschritt der Woche.

Nicht:
schneller fahren.

Sondern:
bewusst ruhiger fahren.

Früher war mein Ansatz oft einfach:
mehr Druck, mehr Gas, mehr durchziehen.

Langsam merke ich aber, dass Ausdauertraining eher daraus besteht, nicht permanent komplett zu eskalieren.

Sehr unangenehme Erkenntnis für mein Ego ehrlich gesagt.


🏋️ Krafttraining läuft überraschend stabil

Auch das Krafttraining lief diese Woche ziemlich gut.

Die Einheit bestand aus:

  • Bankdrücken 70 kg → 5 5
  • Chin-Ups bei ~95 kg Körpergewicht → 5 5
  • DB Incline Press → 15 kg x 12 12
  • Kabelrudern normal Obergriff → 60 kg x 10 8
  • Seitheben am Kabel → 11 kg x 10 10
  • Abwheel → 5 5

Vor allem die Chin-Ups fühlen sich aktuell wichtig an.

Einfach weil sie zeigen, dass trotz mehr Ausdauertraining noch ordentlich Stabilität da ist.

Genau das ist ja das Ziel des ganzen Projekts:
nicht einfach alles an Muskulatur verlieren und am Ende aussehen wie ein leicht übermüdeter Marathonläufer mit Rückenschmerzen.


🏊 Schwimmen bleibt weiterhin Chaos mit Wasserbezug

Das Schwimmen bleibt weiterhin die größte Baustelle.

Ich hatte diese Woche wieder Technik-Einheiten mit Fokus auf:

  • ruhiger schwimmen
  • gleiten
  • kontrollierter atmen.

Klingt alles sehr entspannt.

In der Realität besteht das aktuell ungefähr aus:
ruhig anfangen, kurz hektisch werden, zu wenig Sauerstoff bekommen, noch hektischer werden. Pause wieder beruhigen und sich danach freuen, dass man zumindest nicht komplett untergegangen ist.

Aber:
langsam merkt man tatsächlich kleine Fortschritte.

Sobald ich:

  • weniger kämpfe
  • ruhiger schwimme
  • weniger hektisch ziehe

fühlt sich plötzlich alles kontrollierbarer an.

Nicht schnell.
Aber zumindest nicht mehr wie ein aktiver Überlebenskampf.


😴 Recovery wird plötzlich ernst

Das Interessanteste diese Woche war wahrscheinlich die Müdigkeit.

Nicht dieses klassische:
„Beine schwer nach dem Training.“

Sondern eher:
dauerhafte systemische Müdigkeit.

Nachmittags plötzlich komplett KO.
Mental leer.
Der Körper sammelt langsam Belastung.

Und genau dort merkt man wahrscheinlich zum ersten Mal, was Ironman-Training wirklich bedeutet.

Nicht einzelne brutale Einheiten.

Sondern:
konstant Belastung tolerieren, ohne sich komplett gegen die Wand zu fahren.


Fazit der Woche

Die wichtigste Erkenntnis dieser Woche war wahrscheinlich:

Der Ironman wird am Ende nicht daran scheitern, dass ich nicht hart genug arbeiten kann.

Sondern eher daran,
ob ich lerne:

  • kontrolliert zu bleiben
  • Recovery ernst zu nehmen
  • und nicht jede Einheit unnötig in ein persönliches Finale zu verwandeln.

Und ehrlich gesagt:
Genau das fühlt sich aktuell deutlich schwieriger an als harte Einheiten selbst.

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