Warum mein Plan gerade nicht darin besteht, maximal hart zu trainieren
Wenn man „Ironman“ hört, denken viele wahrscheinlich sofort an brutale Trainingseinheiten, 5 Uhr morgens Motivation und Menschen mit Körperfettanteil im einstelligen Bereich.
Meine Realität sieht aktuell etwas anders aus.
Im Moment wiege ich ungefähr 95 kg, schwimme wie ein Betonmischer mit Atemproblemen und habe die letzten Jahre ernährungstechnisch teilweise nach dem Prinzip gearbeitet:
„War heute Training? Dann wird schon irgendwie passen.“
Spoiler:
Hat langfristig eher mittelgut funktioniert.
Das Ironman-Projekt hat mir relativ schnell gezeigt:
Ich bin aktuell schlicht zu schwer für das, was ich vorhabe.
Nicht zu schwer im Sinne von:
„unmöglich“.
Aber definitiv zu schwer im Sinne von:
„ineffizient“.
Besonders beim Laufen merkt man das brutal schnell.
Jedes unnötige Kilo:
- kostet Energie
- erhöht die Gelenkbelastung
- macht Zone 2 schwerer
- verschlechtert die Regeneration.
Und genau deshalb besteht mein Plan aktuell nicht darin, einfach immer härter zu trainieren.
Sondern:
leichter, effizienter und belastbarer zu werden.
Der eigentliche Plan
Mein Ziel ist nicht, plötzlich wie ein Profi-Triathlet auszusehen.
Wenn ich mit 70 kg und eingefallenem Gesicht irgendwo im Leeren stehe, haben wir wahrscheinlich unterwegs falsch abgebogen.
Aber:
95 kg dauerhaft durch einen Ironman-Marathon zu bewegen ist ebenfalls keine geniale Idee.
Der Plan ist deshalb:
- Gewicht reduzieren
- Kraft möglichst erhalten
- gleichzeitig die aerobe Basis massiv ausbauen.
Und zwar möglichst so, dass meine Gelenke nicht irgendwann offiziell Kündigung einreichen.
Warum Zone 2 gerade so wichtig ist
Früher war mein Ansatz oft relativ simpel:
Mehr machen.
Härter machen.
Noch eine Einheit.
Noch ein Intervall.
Noch ein „wird schon gehen“.
Das Problem:
Mein Körper ist kein leichter Halbprofi-Ausdauerkörper.
Mit fast 95 kg sind harte Laufeinheiten einfach deutlich teurer und schmerzhaft.
Deshalb wird gerade sehr viel Fokus auf Zone 2 gelegt.
Nicht weil Zone 2 besonders spektakulär wäre.
Sondern weil sie funktioniert – angeblich ich werde es testen ! :D.
Zone 2 bedeutet aktuell:
- ruhiger Radfahren
- lockeres Schwimmen
- kontrollierte Belastung
- lange Belastungsdauer ohne kompletten Abschuss.
Das Ziel dabei:
Das Herz-Kreislauf-System stärker machen, ohne jedes Mal alles zu zerstören.
Gelenkschonend statt heldenhaft
Eine wichtige Erkenntnis bisher:
Nur weil man etwas mental durchziehen kann, bedeutet das nicht, dass es langfristig schlau ist.
Ich könnte wahrscheinlich deutlich mehr laufen.
Die bessere Frage ist aber:
Würde mein Körper das auf Dauer feiern?
Eher nicht.
Deshalb passiert der Großteil des Ausdaueraufbaus aktuell über:
- Radfahren
- Schwimmen
- lockere Belastungen
- moderate Intensität.
Das Schöne am Radfahren:
Mein Gewicht ist dort deutlich weniger problematisch.
Außer natürlich der Berg entscheidet spontan, dass heute Leidensprüfung ist.
Krafttraining bleibt wichtig
Ich möchte nicht einfach nur „weniger schwer“ werden.
Ich möchte athletischer werden.
Deshalb bleibt Krafttraining weiterhin Teil des Plans.
Nicht als Bodybuilding-Massenphase.
Aber definitiv auch nicht als:
„2 kg pinke Hanteln zur Aktivierung“.
Das Ziel:
- Muskulatur erhalten
- stabil bleiben
- Belastbarkeit verbessern
- Verletzungen vermeiden.
Ich werde in 12 Monaten wahrscheinlich nicht der stärkste Athlet meines Lebens sein.
Aber hoffentlich deutlich effizienter.
Und ehrlich gesagt:
Das wäre aktuell wahrscheinlich die größere Leistung.
Ernährung: mehr Struktur
Der wahrscheinlich unspektakulärste, aber wichtigste Teil des gesamten Projekts.
Ich habe ernährungstechnisch lange ein bisschen zu locker gearbeitet.
Aber definitiv oft nach:
„Training war hart, also passt das schon.“
Das Problem:
Kalorien interessieren sich leider überhaupt nicht für Selbstüberschätzung.
Deshalb geht es aktuell weniger um:
- Crash-Diäten
- extremes Hungern
- maximal schnellen Gewichtsverlust.
Sondern eher um:
- Konstanz
- vernünftige Proteinzufuhr
- moderates Defizit
- Regulierung und auch mal verzichten 😉
Die ehrliche Realität
Ich bin aktuell noch nicht der Athlet, der ich in 12 Monaten sein möchte.
Und genau darum geht es in diesem Projekt.
Nicht darum, jetzt schon perfekt zu sein.
Sondern darum:
- Stück für Stück besser zu werden
- effizienter zu werden
- Gewicht sinnvoll zu reduzieren
- Belastung intelligenter zu steuern
- und irgendwann einen Ironman zu finishen, ohne dabei meine komplette sportliche Identität zu verlieren.
Das Ganze wird vermutlich chaotisch, anstrengend und gelegentlich ziemlich frustrierend.
Aber genau deshalb ist es so spannend !
Also auf gehts zu meiner Bestform